Konjunkturanalysen
Punktuell zaghafte Erholung der Industrie
Branchenbericht Industrie Q1 2026
11. Februar 2026
Die Geschäftslage in der Ostschweizer Industrie wird unverändert als befriedigend beurteilt. In der Metallbranche sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau bleibt die Lage herausfordernd, während sie sich im Bereich Elektronik und Optik aufhellt. Auf gesamtschweizerischer Ebene hat sich die Geschäftslage verbessert.
Zu Jahresbeginn hellen die Aussichten leicht auf, insbesondere dank der handelspolitischen Entlastung gegenüber den USA; die Unsicherheit nimmt damit etwas ab, bleibt aber erhöht. Das internationale Umfeld bleibt herausfordernd mit schwacher Industrienachfrage in Europa und China, starkem Franken und anhaltender Investitionszurückhaltung. Diese Kombination dämpft die Auslandsnachfrage.
Der Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten in der Kernregion hat sich im letzten Quartal leicht erhöht. Die Stimmungsaufhellung ist weiterhin primär erwartungsgetrieben und spiegelt sich bislang nicht in einer breit verbesserten Auftragslage.
Der Auftragsbestand der Ostschweizer Industrie wird von über 40 Prozent der Unternehmen als zu klein beurteilt. Keine Subbranche schätzt den Auftragsbestand als befriedigend ein; besonders negativ fällt das Urteil in der Metallbranche sowie in der Gummi-, Kunststoff- und Glasindustrie aus.
Dennoch sind in den letzten drei Monaten sind in der Ostschweiz wieder vermehrt Bestellungen eingegangen. Besonders die frühzyklische Elektronik- und Optikbranche berichtet von Zuwächsen bei den Bestelleingängen. Im Maschinen- und Fahrzeugbau ist der zuvor erkennbare Aufwärtstrend beim Auftragsbestand zuletzt abgerissen.
Der Anteil der Industrieunternehmen in der Ostschweiz, die eine ungenügende Nachfrage als zentrales Hemmnis nennen, ist im Quartals- und im Jahresvergleich zurückgegangen. Rückläufige Nennungen zeigen sich insbesondere in der Elektronik- und Optikbranche sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau. In der Metallbranche sowie im Bereich Chemie und Pharma wird wieder öfter von einer ungenügenden Nachfrage berichtet.
In der Gesamtschweiz hat sich die Auftragslage leicht verbessert, getragen durch die Beurteilung von Chemie- und Pharmabranche, die den Auftragsbestand befriedigend und damit deutlich am positivsten einschätzt.
Die Wettbewerbsposition der Ostschweizer Industrie ausserhalb der EU hat sich weiter verschlechtert. Die Vorlaufindikatoren deuten jedoch mehrheitlich auf eine zaghafte Belebung der Geschäftstätigkeiten in den kommenden drei Monaten hin.
Für Produktion, Exporte und Bestelleingänge rechnen die Ostschweizer Industriebetriebe überwiegend mit einer Zunahme, während beim Vorprodukteinkauf eine unveränderte Entwicklung erwartet wird. Unter den Subbranchen bleibt die Heterogenität ausgeprägt: Im Maschinen- und Fahrzeugbau ist einzig der erwartete Bestelleingang positiv, während Elektronik und Optik bei allen Vorlaufindikatoren Verbesserungen erwarten.
Die aufgehellten Aussichten münden in der Erwartung, dass sich die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessert.

